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Kirchen und Kultuseinrichtungen Russlands → Das Ugrescha-Kloster

Das Ugrescha-Kloster wurde 1380 vom Großfürsten Moskaus Dmitrij Donskoj gegründet.

Der Fürst, der al s weiser und schlauer Politiker bekannt ist, galt unter seinen Zeitgenossen als von der Idee der unsterblichen Seele inspirierter Mensch. Er war der Sohn des Großfürsten Iwan II. und seiner zweiten Frau Aleksandra, sowie der Enkel des Fürsten Iwan Kalita. Auf den Moskauer Thron stieg Dmitrij im Alter von neun Jahren, nach dem Tod seines Vaters. 1362 bekam er die Jarlyk für das Großfürstentum in Wladimir.

Chroniken erzählen, dass der künftige Fürst Dmitrij zu dem Heiligen Sergius von Radonesh kam, damit der ihn zum Kampf gegen das Heer von Mamai segnete. Früher war es Sergius, nach dessen These die Macht der Kirche stärker ist als die des Fürsten.

Das russische Heer zog nach Kolomna. 15 Wersten von Moskau entfernt hielt es kurz zum Erholen. Und da geschah ein Wunder: Über der Fichte erschien Dmitrij die Ikone Nikolaus' von Myra. Dmitrij erschrak, so die Legende, und rief: Dieses Wunder ist eine Gabe für meine Sünden!

Aber darauf folgte der Sieg auf dem Kulikowo-Feld. Bei der Heimkehr nach Moskau kam Dmitrij zu derselben Stelle zurück. Er befahl, dort eine Kirche und ein Kloster im Namen von Nikolaus von Myra zu errichten.

Über die ersten Jahre des Ugrescha-Klosters haben die Chroniken keine Information festgehalten. Aber analog den anderen Klöstern jener Zeit kann man annehmen, dass es aus Holz war. In der Mitte stand eine Kirche im Namen von Nikolaus von Myra. Die Mönche wohnten in Holzhäusern.

Der gläubige Donskoj träumte vom ewigen Leben, und jedes Kloster, das nach seinem Befehl gebaut wurde, sollte Tag und Nacht um die Gesundheit des Fürsten beten. Wie man weiß, hat es ihm nicht geholfen, denn er starb ziemlich früh, mit 39 Jahren. Dennoch wurde dank ihm die Klostergemeinschaft mit beträchtlichem Erbgut beschenkt.

Ende des 15. Jahrhunderts hatte das Kloster bereits ein eigenes Metochion im Kreml. Als zu Iwan III. der Bruder seiner Frau Sofia kam, um das Recht auf den byzantinischen Thron zu verkaufen, zeigte ihm Iwan das Ugrescha-Kloster, das so gut wie ein Muster des Reichtums war.

Im Sommer 1521 wurde in Moskau bekanntgegeben, dass sich der Khan Mehmed I. Giray mit einem riesigen Heer der russischen Grenze nähert. An der Oka zerschmetterte es die Truppe, die Wassilij III. gesandt hatte, und begann, das Land von Kolomna und Moskau zu ruinieren. Während dieses Angriffs wurde unter anderem auch das Ugrescha-Kloster verbrannt. Aber bald baute man es nach Befehl von Wassilij III. wieder auf.

1545 schenkte Iwan der Schreckliche dem Ugrescha-Kloster das Schreiben, das ihm das Recht auf den Besitz von 14 Dörfer gab und verbat, in den Klosterwäldern Holz zu hacken.

Solche Schreiben wurden dem Kloster von mehreren Fürsten und Zaren erteilt. In vielerlei Maße hängt es damit zusammen, dass sie alle gläubige orthodoxe Menschen waren und oft mehr um die Rettung der Seele besorgt waren als um augenblickliche materielle Interessen. Im 16. und 17. Jahrhundert war es unter den Moskauer Fürsten angebracht, verschiedene geistliche Zentren Russlands zu besuchen - darunter auch das Ugrescha-Kloster.

Während der Smuta befand sich das Kloster mehrere Male mitten in höchstwichtigen Geschehnissen. 1610 versteckte sich dort einige Zeit lang Pseudodmitrij II. Oder noch: Unter den russischen Boten, die im September 1610 zum polnischen König gesandt wurden, war der Hegumen aus dem Ugrescha-Kloster Iona.

In den ersten Jahren der Romanow-Dynastie blühte das Kloster wahrhaftig auf. Der Auspfändung 1739 nach wurde es mit einem 700 Meter langen und etwa drei Meter hohen steinernen Zaun mit zwei Toren umfangen. Drinnen gab es drei steinerne Kirchen: die Nikolaus-Kirche, die Kirche der Mariä-Himmelfahrt mit Speisesaal und die Mandylion-Kirche mit Kapelle.

Alexej I. machte das Kloster ebenfalls zu seinem Lieblingsort. Aber sein Sohn, Peter I., und seine Nachkömmlinge begannen die Politik der Verweltlichung.

1700 starb Patriarch Adrian. Statt der Wahlen eines neuen Patriarchen wurde die Stelle des Statthalters des Patriarchenthrons eingeführt. 1721 schaffte man das Patriarchentum ganz ab und gründete den Heiligsten Synod. Die höchste Instanz der Kirchenverwaltung war in der Tat der Kaiser. 1734, unter der Kaiserin Anna, wurden die Edikte von Peter I. zur Kürzung der Zahl der Mönche bestätigt. Somit änderte sich auch die Lage des Klosters: Es kam um die Betreuung seitens des Zaren sowie um die Zollprivilegien. Die Zarenfamilie, die Anfang des 18. Jahrhunderts in das neugebaute Sankt Petersburg zog, besuchte das Kloster nicht mehr. Dorthin kamen auch immer weniger Pilger, und es wurde ärmer und ärmer.

Zufolge den Reformen von 1764 wurde das Ugr escha-Kloster zu den russischen Klöstern der dritten Klasse gezählt. Das bedeutete, dass im Bestand nicht mehr als zwölf Mönche gleichzeitig sein konnten, inklusive Vorsteher.

1771, während der in Moskau ausgebrochenen Pestepidemie, gründete man im Ugrescha-Kloster ein Lazarett für Betroffene. Die Brüderschaft wurde bisweilen in das nächstliegende Kloster überwiesen, und zwar in das Nikolo-Pererwinskij-Kloster.

D ie Wiederbelebung des Klosters begann im 19. Jahrhundert, als in Russland das Verhalten zur Kirche bedeutend besser wurde. Einer der neuen Kirchentätiger war der Metropolit von Moskau und Kolomna Philaret Drosdow. Er hatte das Ugrescha-Kloster besonders gern. Noch ein bekannter Mönch wohnte dort in dieser Zeit, nämlich der künftige Hierarch Ignatius Brjantschaninow. Er war es, der Philaret riet, seinen bekannten Priestermönch Ilarius zum Vorsteher zu machen. So leitete Ilarius das Kloster von 1834 bis 1852, also fast 18 Jahre. Wohltäter spendeten Mittel zur Ausstattung. 1855 wurde das Kloster auf Kosten des Kaufmanns Aleksandrow mit einer neuen 1700 Meter langen und sechs Meter hohen steinernen Mauer mit 16 Türmen und acht Toren umzäunt. Eines der Klostergebäude nahm jetzt ein Krankenhaus ein. Während des russisch-türkischen Krieges 1877-1878 behandelte man dort verwundete russische Soldaten.

Besonders bemerkenswert ist die nördliche Mauer, die den Namen „Palästinensische" trägt. Sie stellt ein symbolhaftes Ikonenbildnis von Jerusalem dar. Heutzutage ist es ein einmaliges Kunstdenkmal jener Zeiten.

Anfang des 20. Jahrhunderts war das aufgeblühte Ugrescha-Kloster eines der bedeutendsten in der Moskauer Eparchie.

In den ersten Jahren der Sowjetzeit wurde das Kloster allen möglichen Hetzereien untersetzt. Es war vom Metropoliten Makarius geleitet, dem etwa 60 Menschen unterstellt waren. Schon im Sommer 1918 begannen die ersten Beschlagnahmen: man entnahm dem Kloster Wohn- und Wirtschaftsgebäude zugunsten des Finanzministeriums für die Einrichtung einer Kinderstrafkolonie und eines Urlaubsheims.

Am 1. Juli 1919 entstand, um das Kloster und wenigstens einige Wirtschaftsgebäude beizubehalten, die „Ugrescha-Arbeitsgemeinschaft", geleitet vom Archimandriten Makarius. Ungeachtet der Hetzerei hielt diese Brüderschaft ihre Pflichten vor dem Gott und dem Kirchenvolk ein. Sie empfing Beter, die nach Trost und Seelenheilung rangen. Im Mai und August 1924 wurden alle Gebäude des Klosters für die Einrichtung der neuen Kinderkolonie „Rote Kinderstadt" verwendet, wo im Herbst bis zu eintausend Kinder untergebracht wurden.

Damals, im Frühling 1925, wurde entschieden, alle Mönche samt Vorsteher aus dem ehemaligen Kloster zu verbannen. Sie besetzten Bauernhäuser der naheliegenden Dörfer.

Am 1. Mai 1991 weihte der Patriarch von Moskau und ganz Russland Alexius II. die erste Kirche des Ugrescha-Klosters, also die Kirche der Mariä-Himmelsfahrt. Sie wurde wieder ans Kloster übergeben.


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